Taxi- und Limousinenservice im Rhein-Kreis Neuss

Vertrauen Sie der Flotte mit den grünen Außenspiegeln

 

Herr Lesmeister erzählt...

Der Trommler

Ich fuhr über die Südbrücke. Plötzlich sprang mir irgendein Typ vors Auto. Ich musste eine Vollbremsung machen.

Der Mann begann, wie bescheuert, mit den Fäusten auf meine Motorhaube zu prügeln. Dabei grinste er mich provokativ an.

Ich fragte ihn, ob er noch alle Tassen im Schrank hatte.

Als Antwort setzte er sich auf mein Auto und spielte weiter Schlagzeug mit meiner Motorhaube.

Damals gab es noch nicht so technische Wunderwerke wie Handies. Also bat ich per Funk meine Zentrale um Hilfe, und dass sie mir doch bitte die Polizei schicken möchte.

Die Grünen Retter kamen zum Glück recht flott und freuten sich später:
"Hey, danke. Der wird per Haftbefehl gesucht!"

Mensch, da hatte ich ja noch richtig Glück gehabt.

Der Kurde

Es war mitten in der Nacht. Ich hielt an einem "Winkemännchen". Es war ziemlich dunkel.

Der Fahrgast stieg ein. "Guten A..." weiter kam ich nicht. Sofort hatte ich ein Messer an der Kehle.  Mit gebrochenem Deutsch gab er mir deutlich mehrmals den Befehl:
"Bring mich Waffengeschäft! Bring mich Waffengeschäft!"

Mir ist vorher an dem Mann wirklich nichts aufgefallen. Erst dann wurde mir bewusst, dass mein Peiniger blutüberströmt und auf das Übelste zusammen geschlagen worden war.

Jetzt hieß es gaaanz ruhig bleiben. Ganz ehrlich in dieser Situation wenn man so ein Messer an der Kehle hat, der daran hängende Arm einem extrem aufgeregten nervösen Menschen gehört, bringt einem das laute Alarmsystem eines Taxis herzlich wenig und auch eine Information an die Zentrale wäre sicher für meine Gesundheit nicht sehr förderlich gewesen.

Ich begann ruhig auf ihn einzureden. Ich erklärte ihm, dass wir mitten in der Nacht haben und in Deutschland in der Regel keine Geschäfte geöffnet haben. Naja, und mit Sicherheit kein Waffengeschäft. Und natürlich, dass man nicht einfach so an eine Waffe kommt. Natürlich glaubte er mir nicht.

Erst als wir vor dem vergitterten, verschlossenem Laden standen, glaubte er mir.

In der Zwischenzeit hatte ich erfahren, dass er Kurde sei und wohl von einer Gruppe Türken vermöbelt worden sei. Ich redete mir den Mund fusselig und so lange auf ihn ein, bis ich ihn davon überzeugt hatte, zur Polizei zu gehen. So macht man das halt einfach bei uns.

Ich hatte ihm versprochen, dass ich ihm helfen werde und bei der Polizei von seiner Messerspielerei nichts erzählen werde. Also ab zur Jülicher Hauptwache.

Dort hielt ich mein Versprechen und erklärte der Polizei wo ich ihn aufgenommen hatte und was ich bis dato erfahren hatte, ohne den Überfall auf mich zu erwähnen.

Nach diesem Horror-Trip, der natürlich auch komplett anders hätte verlaufen können, hatte ich sofort Feierabend gemacht.

Das Messer aus der Nacht habe ich immer noch.

Die Kamera

Nach der Messer-Attacke hatte ich mich sofort über Überwachungssysteme kundig gemacht.

Damals gab es noch nicht diese ganze Digitalisierungsgeschichten, wie heutzutage. Ich habe für sehr viel Geld ein Kamera-Überwachungssystem in meinen Vito einbauen lassen. Die Kamera filmte jedes Mal, sobald die Fahrzeugtüren auf gingen jeweils für eine bestimmte Zeit den Innenraum.  Wenn das Videoband voll war, wurde es einfach wieder neu überspielt.

Dieses Videoband und das gesamte Steuerelement war in einer Art Blackbox mit der Karosserie verschraubt und nur mit einem Spezialschlüssel zu öffnen. Diesen verwahrte ich natürlich sicher zu Hause auf.

Eines Tages, bestimmt viele Monate später, wurde ein Neusser Taxifahrer fast totgeprügelt in einem Wald bei Duisburg verscharrt gefunden.Diese Story ging damals durch alle Medien.

Mein damaliger Nachtschichtfahrer hatte mir erzählt, dass er in der Nacht vor Hans' (Name geändert) Verschwinden ganz gefährliche Gestalten im Auto hatte. Diese hatten ihn nur in Ruhe gelassen, weil er die Kamera im Fahrzeug hatte. Er hatte ihnen von der Blackbox erzählt, von der er keinen Schlüssel hat. Sie könnten das Taxi abfackeln oder im Rhein versenken, egal: Sobald die Polizei das Auto fände hätten Sie die Verbrecher auf dem Video.

Ich habe keine Ahnung, wie sicher diese "Blackbox" wirklich war, aber die Halunken haben es geglaubt und meinen Fahrer nur deshalb in Ruhe gelassen.

Mein Angestellter meinte, dass das sicher die gleichen Typen waren, die Hans überfallen hätten. Er überredete mich, das Videomaterial der Polizei zu übergeben.

Mein Fahrer hatte Recht, es waren die gleichen Typen.

Allerdings ging dick durch die Presse:" Dank des Fahrers, der die Übeltäter in der Nacht vorher gefahren hatte, und dem Videomaterial der Überwachungskamera, konnten sie gefasst werden."

Zu der Zeit hatte ich lediglich eine von genau zwei Großraumtaxen im gesamten Kreis Neuss. Mein Fahrer war durch diese Pressemitteilung sofort auf der Abschussliste und sie hätten ihn gefunden. Mein Fahrer und ich sind uns einig gewesen , dass er nach vielen Jahren bei mir im Unternehmen, dieses aus Sicherheitsgründen verlassen musste.

Kulturnacht

Es war die Kulturnacht 2015. Wir hatten mal wieder den Limousinen-Shuttle-Service zu den einzelnen Stationen von der Stadt Neuss zugeteilt bekommen. Das ist ähnlich wie die "Nacht der Museen" in Düsseldorf.

Eigentlich weiß ich das Meiste nur aus Erzählungen, weil ich den Größten Teil nicht mitbekommen habe.

Es war die letzte Tour des Abends. Ich hatte ein nettes Ehepaar, welches vom Rheinischen Landestheater nach Norf zu einer Kulturstätte wollte. Ich fuhr an dem Abend unsere S-Klasse.

Ich hatte mich nett mit meinen Fahrgästen unterhalten. Berghäuschensweg Höhe Meertal muss ich das Bewusstsein verloren haben. Glücklicherweise waren wir sehr langsam in einer S-Klasse unterwegs. Meine Fahrgäste haben später meiner Tochter versichert, dass sie sich wie in "Watte gepackt" gefühlt hatten. Aber wenn gute zweieinhalb Tonnen rollen, pflügen die gnadenlos auch im Schritttempo alles nieder. Ich habe eine Bushaltestelle sowie eine Laterne niedergemäht und ein Auto in eine Hauswand geschoben, was uns schließlich gestoppt hat. Die S-Klasse war natürlich Totalschaden. Genauso, wie die Bushaltestelle, die Laterne und das andere Auto.

Die Dame, die ich im Auto hatte war zum Glück Krankenschwester im Lukaskrankenhaus. Sie hat sofort begriffen, dass ich einen schweren Herzinfarkt gehabt haben muss. Zusammen mit ihrem Mann hatte sie mich wohl aus dem Auto gezogen und Erste Hilfe gemacht. Durch ihr Fachwissen bin ich mit Sicherheit überhaut noch am Leben. Sie hat direkt dem Notarzt mitgeteilt, was sie vermutet, so dass der Not-OP im Lukaskrankenhaus wohl schon vorbereitet war, als ich dort angeliefert wurde.

Diese Hinterwand-Herzinfarkte sind wohl so bösartig, dass man lediglich acht Minuten hat, um Hilfe zu bekommen, sonst ist man wohl nicht mehr zu retten.

Ich sag mir, dass anscheinend eine höhere Macht noch etwas mit mir vor hat. So viel "Glück", dass also der Schutzengel direkt auf der Rückbank sitzt, hat eher etwas Mystisches. Alleine zehn Minuten später wäre ich schließlich alleine mit Tempo 200 auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause gewesen.

Neben dem spektakulären Unfall, wo ich natürlich alles erfolgreich abgeräumt habe und einen riesigen materiellen Schaden verursacht habe, waren natürlich dieser Umstand, dass ich meine Lebensretterin als Fahrgast hatte, ein gefundenes Fressen für die Medien damals.

Naja, mir geht es wieder richtig gut. Und meine Frau scheucht mich seit dem jetzt regelmäßig dazu, mich zu bewegen. Die hat mich nämlich ziemlich gern und würde mich gerne noch ein bisschen behalten.

Die Rolle meines Lebens

Für eine 80er Fernsehserie wurde unser Oldie-Taxi gebucht.

Das war richtig spannend am Set in Köln.
Mal im Gegenzug so hinter den Kulissen zu stehen war richtig toll !

Der Schauspieler, der eigentlich meinen Oldie fahren sollte, hatte ein wenig Probleme mit der alten Technik. Das Vorglühen, keine Servolenkung usw.
Schließlich wurde improvisiert... und ich spielte schließlich "die Rolle meines Lebens".

Genau genommen habe ich dann für die perfekte Szene unzählige Male nur ein paar Meter gefahren und gefühlte hundert mal kassiert und Wechselgelt heraus gegeben ;-)